Hans Platzgumer
Head of CONVERTIBLE
Musiker | Komponist | Schriftsteller | Produzent | Underground-Hero & Kultfigur
Sein bislang populärstes Projekt trägt den Namen HP Zinker. Jetzt ist der Kern dieser Legende wieder zu entdecken. Allerdings nicht als sentimentstrunkene Replik, sondern quasi als Wieder- und Nachgeburt, die mit gierigen Zügen Gegenwart ein- und ausatmet. HP Zinker transformiert und konvertiert in das Jahr 2005 firmiert unter „Convertible”.
Zeitsprung. Hans Platzgumer und Frank Pümpel gründeten 1989 HP Zinker. Ersterer hatte bis dahin schon durch Begabungen und Aktivitäten außer der Norm aufhorchen lassen. Nach dem Studium der klassischen Gitarre am Konservatorium und privatem Klavierunterricht setzt der gerade mal 17jährige sein erstes Statement: Das Audio-Manifest „Tod der CD!” (natürlich nur auf Vinyl), das heute ein gesuchtes Sammlerstück ist. Im Sommer 1989 folgt der Sprung nach New York. „And There Was Light”, das erste HP Zinker-Album, führte zur Gründung von Matador Records, heute eines der wichtigsten Indie-Labels weltweit. Gemeinsam mit New Yorker Szenegrößen wie Sonic Youth, Jon Spencer Blues Explosion, Lemonheads oder Helmet steht der Österreicher auf der Bühne. Erst nach fünf Alben endet mit „At The Mountains Of Madness” die Lebensperiode von HP Zinker. Mit einem stolzen Fazit: Tourneen weltweit, zahlreiche Singles, Videos, Bootlegs, Compilations und eine Grammy-Nominierung (für die Covergestaltung von „Mountains” durch Stefan Sagmeister)
Nebenher erprobt sich Hans Platzgumer an Theater- und Filmmusik. Konsequenterweise zieht er nach Los Angeles, studiert vor Ort autodidaktisch klassische Movie Scores und symphonische Orchestrierung und wird Mitglied der amerikanischen Association of Composers, Authors and Performers. In den USA scheint, wenn schon nicht alles, so doch einiges erreicht. 1995 zieht es das kosmopolitische Multitalent folgerichtig zurück nach Europa. Zunächst nach Hamburg. Abstecher zu den Goldenen Zitronen, wo er unter anderem das richtungweisende Album „Economy Class” mit einspielt und mit der Avantgarde-Punk-Band durch Europa tourt. Parallel dazu betreibt die rastlose Kultfigur intensive Forschungen im neuen Bereich der Elektronik (u.a. mit Projekten wie Aura Anthropica, Separator, Cube & Sphere, e:gum) und die Produktion des Albums „Es ist egal, aber” der Hamburger Band Tocotronic.
Wieder Umzug, diesmal nach München. Platzgumer erhöht das Tempo weiter, die Diskografie nimmt beachtliche Ausmaße an, vor allem im experimentell-elektronischen Bereich. Doch auch „ein gewisser Pop-Appeal” (Platzgumer) kehrt zurück. Populär wird das Spaß-Projekt „Queen of Japan”, eine „Fake-Supergroup”, die fast ausschließlich skurril verfremdete Cover-Versionen darbietet. Selbst für André Heller ist er als Produzent und Remixer tätig (Goldene Schallplatte).
Ende 2005 erscheint mit „Expedition” schließlich auch das erste Buch des Autors Platzgumer. Auf 334 Seiten werden die Abenteuer und Reflexionen eines Musikers „auf der Suche nach dem perfekten Album” ausgebreitet – eine Irr-Reise zwischen Berlin, New York, Los Angeles, London, Tokyo und Moskau. Die parallele Tonspur dazu, als liebevoll gestaltete „Best Of”-Doppel-CD erschienen auf einem kleinen Wiener Indie-Label, trägt den schlichten Titel „Expedition 87 – 04”. Wer wissen will, wie sich das Dasein eines Underground-Heroen hinter der potemkinschen Image- und Klischee-Fassade wirklich gestaltet, sollte entschieden zugreifen.
Auszeichnungen
2 x Deutsches Hörspiel des Monats
Worldmedal des New Yorker Radioprogramming Festivals
RIAS-Award Berlin
Goldene Schallplatte mit André Heller
AIGA Award Boston
Grammy-Nominierung (HP Zinker)
Emil-Berlanda-Preis für Zeitgenössische Musik
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